Die schriftliche Fixierung der literarisch-musikalischen Tradition geht im Rostocker Liederbuch (wie in den Liederbüchern des hochdeutschen Raumes auch) nicht mit einem Interesse an den Namen der Verfasser der Texte und der Melodieerfinder einher, und zwar auch dann, wenn ihre Namen in Parallelüberlieferung der Zeit bezeugt sind (und damit den Sammlern oder Schreibern wenigstens der Möglichkeit nach bekannt gewesen sein könnten). Das Rostocker Liederbuch (und die vergleichbaren hochdeutschen Sammlungen) weichen in diesem Punkt markant von den Aufzeichnungsmodalitäten anderer Lyrikhandschriften ab. So ist für die großen Liedercodices des 13. und frühen 14. Jh.s die Verbindung aus Autor- und Corpusprinzip ja geradezu konstitutiv; ähnliches gilt für die berühmten autornahen Sammelhandschriften des 15. Jh.s, in denen z.B. die Lieder Hugos von Montfort, Michel Beheims oder Oswalds von Wolkenstein zusammengetragen worden sind.
Allerdings nennt sich der Autor Hinrick Sticker im Lied Nr. 5 selbst; von ihm stammen vermutlich auch die Lieder Nr. 3 und 4.
– Hinrick
Sticker in dem Lied Nr. 5: Lustlich hat
god ghetzyret (Blatt
6r):

Außerdem finden sich im Liederbuch mehrere Namen, die auf Sammler hinweisen, die den Bestand der Handschrift erweitert haben; die hier aufgezeichneten Texte und Melodien sind also von einer Gruppe von Freunden und Musikliebhabern zusammengetragen worden. Das Rostocker Liederbuch nimmt insofern den im 16. Jahrhundert verbreiteten Typ des Liederstammbuches vorweg.
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Dominus et Magister
Andreas de Prutzia nach dem Lied Nr. 9: Almechtigher got
here ihesu crist (Blatt
10v):

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Peter von Strazeborgh
in dem Lied Nr. 11: [...]
sprack: 'dat scal syn' (Blatt
12v):

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Johannes und Elisabeth
nach dem Lied Nr. 15: Der
werlt der
hat enen dummen m[od] (Blatt
17r):

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Steffanus frater
nach dem Lied Nr. 17: De
jungelin sprak: 'schon juncfrouw fyn') (Blatt
18r):
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