Das Rostocker
Liederbuch zeigt keinen
einheitlichen
Aufbau;
allerdings kristallisieren sich immer wieder kleinere Gruppen
mit Liedern heraus, die einen vergleichbaren Inhalt oder einheitliche
Melodie aufweisen.
Außerdem stehen die lateinischen bzw.
lateinisch-deutschen
Lieder oft in unmittelbarer Nachbarschaft.
Anzahl der Texte
– 51 Lieder (darunter 5 lateinische, 2 lateinisch-deutsche); dazu 30
Melodien (u.a. 2
zweistimmige Sätze [Nr. 42, 60])
– 9 nicht-sangliche Stücke
Aufbau
Vom Sprachstand her und von der Überlieferungslage lassen sich
die Texte in drei Hauptgruppen unterteilen:
a) Texte in einem eindeutig niederdeutschen Schreibidiom,
die u.a. nach Ausweis der Reime auch tatsächlich nördlich der Benrather Linie entstanden sind; diese Stücke weisen keine Parallelüberlieferung im hochdeutschen Raum auf
(Nr. 2–6, 10, 11–13, 17–18, 23–27, 29, 32–35, 37, 44, 47, 49–50, 52–58, 59).
b) Ursprünglich hochdeutsche Texte, die aber vergleichsweise stark an das Niederdeutsche angeglichen worden sind; ihre hochdeutsche Provenienz ist über die Existenz eine hochdeutsche Parallelüberliefung oder aber über hochdeutsche Sprachspuren (speziell im Reim) erschließbar
(Nr. 1, 7–9, 14–15, 22, 28, 30–31, 36, 38, 45, 46, 48).
c) Ursprünglich hochdeutsche Texte, die viel von ihrem Sprachstand beibehalten haben; sie sind oft (aber keineswegs immer) auch in hochdeutschen Überlieferungsträgern bezeugt
(Nr. 19–21).
d) Texte mit einer lateinisch-(hoch/nieder-)deutschen Sprachmischung
(Nr. 28, 43).
e) rein lateinische Texte
(Nr. 16, 39–42, 51, 60). |